Therapeutisches Klettern bei ADS/ADHS

In Deutschland schätzen Experten, dass zwei bis sechs Prozent aller Kinder und Jugendlichen Merkmale einer Aufmerksamkeitsstörung mit oder ohne Hyperaktivität zeigen.

Neben der medizinischen Versorgung, Beratung der Eltern und des Umfeldes, Maßnahmen in der Schule und im Alltag sowie begleitende Therapien ist es wichtig, diesen Kindern und Jugendlichen ein Freizeitangebot zu schaffen, das therapeutische Aspekte sowie Spaß und Erlebnis vereint.

Klettern als therapeutisches Medium hat ein hohes Motivationspotential, fördert die motorische Koordination und Körperwahrnehmung, erhöht die Aufmerksamkeit und Konzentration und verändert Bewegungs- und Handlungsmuster wie Bewegungsdrang und Impulsivität. Es vermittelt Eigenverantwortlichkeit, verlangt Selbstkontrolle und stärkt das Selbstbewusstsein. Als ergotherapeutisches Angebot in der Gruppe ist es eine effektive Ergänzung in einem multimodalen Ansatz der Behandlung von AD(H)S.

Katharina Prünte ist Diplom Ergotherapeutin. Sie arbeitet in den letzten Jahren verstärkt mit Kinder mit AD(H)S und bietet im Rahmen einer ambulanten Ergotherapiepraxis in Köln Einzel- und Gruppentherapie für Kinder und Jugendliche mit AD(H)S, Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten an. In ihrem Studium und in Fort- und Weiterbildungen beschäftigt sie sich mit wahrnehmungsorientierten und körperbezogenen Therapieansätzen und ihrer Bedeutung für die ergotherapeutische Behandlung. U. a. absolvierte sie die Fortbildung "Klettern als Therapie" in Österreich, da dieser Ansatz in der Ergotherapie dort schon etabliert ist.

In der BRONX ROCK Kletterhalle bietet Katharina den regelmäßigen Klettertreff "Hoch hinaus!" für Kinder und Jugendliche mit AD(H)S an.